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Uganda 2014 – In Arbeit

Wir fahren zwei Wochen nach Ostafrika, wieder mit unseren netten Freunden aus dem Münsterland. Sie fahren nach 8 Tagen weiter nach Rwanda, wir wissen noch nicht, was wir die letzen Tage machen. Also Petra, Annett, Wiebke, Nele, Annika, Marc und 2x Christian. Ziel war der Kidepo Nationalpark an der Grenze zum Südsudan. In eigener Sache: Fotografieren ist nicht einfach, pausenlos wechselt das Licht und es ist of diesig und staubig. Dazu kommt noch, dass immer alles in Bewegung ist. Viele der Strassenszenen sind Schnappschüsse….

21.7. 2014

Die Anreise zum Prag International geht schnell und unspektakulär – wie immer. Pünktlich hebt TK 1768 ab und ist sogar etwas zeitiger in Istanbul. Dort haben wir 3 Stunden bis zum Flieger nach Kigali/Entebbe. Der Flug ist normal, die Zwischenlandung um Mitternacht in Kigali (-1h) kurz.

20.07.2014.



Heute früh um 2:30 Uhr landete das Flugzeug in totaler Dunkelheit kurz hinter dem Victoria See. Da das Flugzeug nicht so groß war, ging alles ziemlich schnell, auch die Visa waren kein Problem. Nur das Geld war etwas kompliziert, da der erste Automat nach der Eingabe die Kooperation verweigerte, der nächste die Karte nicht annehmen und nur der dritte 680.000 UGX rausrücken wollte. Die Abholung klappte gut und in 10 Minuten waren wir im Backpackers. Der Nachtwächter öffnete die Tür und wir konnten auch noch zwei Flaschen Wasser erwerben. Dann ging es in den Raum 3 und alle fielen nach kurzer Zeit in den Schlaf bis kurz nach 7. Die kurze Ruhe war sehr erholsam und dann klopfte auch schon Christian an die Tür und wir warteten auf die Autos. Die kamen dann auch nach 20 Minuten und wir hatten zwei hübsche Land Cruiser HZJ81 auf dem Parkplatz. Der eine mit Automatik als VX und der andere als Schalter ohne alles. Die Sachen waren schnell eingeräumt und die Autos (cash) bezahlt. Im Nakumatt in Entebbe konnten wir nach kurzer Waffenkontrolle auch die Grundausstattung erwerben und kurz nach Mittag quälten wir uns dann durch den Verkehr von Kampala. Das war echt toll, manchmal ging es fast zu schnell und man kam gar nicht genug zum Schauen. Das Stadtleben war schon klasse. Nach ca. 1,5h waren wir durch und ließen den Großraum hinter uns.



Auf guter Strasse ging es ganz gut vorwärts und als der erste Regen anfing, stellten wir fest, dass bei Christians Auto die Scheibenwischer nicht funktionierten. Das war nicht so einfach zu fahren. Ich bin dann vornweg gefahren, aber wir konnten natürlich nicht so schnell fahren, wie sonst. Auf halber Strecke nach Gulu hörte der Asphalt auf und eine schreckliche Baustelle begann, mit großen Löchern, Schlamm und Allem was dazugehört. Nach der Baustelle war dann die Strasse nur noch halb vorhanden und der Verkehr kam einem teilweise direkt entgegen. Die Jungs fahren wie die Verrückten. Überall waren Leute auf der Strasse unterwegs.



An einem Markt kauften wir Grünzeugs und alle stürzten auf uns. Die erworbenen Bananen schmeckten toll und morgen werden wir mal die Ananas versuchen. Später gab es auch noch einen Sack Holzkohle, den die Jungs umpacken mussten, da die normale Packung viel zu groß war. Der kam aufs Dach. Jetzt sitze ich auf dem Campsite am Nil, kurz hinter der Brücke an den Karuma Falls und wir haben alle zusammen ein geruhsames Abendessen mit Spaghetti und Bolognese genossen. Die Temperaturen sind ganz schön heruntergezogen, aber sehr viele Tiere sind nicht da. Sonst sind alle relativ müde.





21.07.2014

Die Nacht war angenehm. Es war nicht so warm und das Rauschen des Wassers sind wir ja schon von zu Hause gewohnt. Wir stehen auf und machen in Ruhe Frühstück.

Die Jungens kommen vorbei und weisen auf den Weg zu den Falls hin, kostet aber UGX 5.000. Wir entschließen uns, den kurzen Weg herunterzuwandern.









Das haben wir nicht bereut. Durch einen kleinen Regenwald geht es ziemlich steil herunter und unten hat man wirklich einen herrlichen Blick auf die doch beeindruckenden Fälle. Es gibt sogar ein paar Hippos unter den Fällen. Wir machen ausgiebig Bilder. Es ist wirklich ein schöner Platz und wir sind ganz allein. Nachdem wir die Unkosten am „Office“ noch beglichen haben, machen wir uns auf den Weg nach Gulu. Eigentlich ist es nicht so weit, aber Strasse ist schon ziemlich schlecht. Außerdem laufen viele Menschen auf der Strasse rum und der Bus kommt von verschiedenen Seiten angerast.
Dann heißt es nur, weg von der Strasse und die Augen zu. Die Jungens nehmen nicht mal das Gas weg und rasen durch alle Löcher und Bodenrillen. Auch sind die BodaBodas (lokale Mopeds) überall unterwegs. Kurz vor Gulu erwischt es Christian dann in einer 30er Zone: 54, das kostet mit Deutschlandbonus UGX 50.000. Ich bin nicht zu schnell. In Gulu tanken wir noch mal voll. Es ist ein quirliger Platz und leider ist auch der Asphalt weg und es staubt schon ziemlich.







Nach dem dritten Versuch kommt auch eine ATM Maschine zum Einsatz. Wir verfahren uns etwas aber finden dann den restlichen Weg Richtung Kitgum. Es ist eine sehr schöne Strecke, alles sehr grün und an den Straßenzustand haben wir uns auch gewöhnt.



An einem kleinen Buschkrankenhaus füllen wir unser Brauchwasser auf und spaßen mit den Töchtern des Dorfes. Wir nehmen zwei junge Frauen mit, die bis Kitgum wollten. Das ist nicht mehr weit. In Kitgum fahren wir zum lokalen Campingplatz Fuglys. Dort dürfen wir auch unsere Zelte aufbauen. Die Kinder hüpfen in den Pool und haben ihren Spaß. Ich leiste mir ein kaltes Nile Special (lokales Bier). Dann kochen wir Eintopf und spielen Frisbee. Die Übernachtung kostet USD 10 pro Person.



Am Zaun stehen noch die lokalen Kinder und wollen mit uns reden. Essen ist nur noch beschränkt verfügbar, also müssen wir uns selber beköstigen. Der Eintopf schmeckt aber allen ganz gut.

22.07.2014

Die Nacht war nicht so ruhig. Der Haushund war der Meinung, die halbe Nacht jemanden anbellen zu müssen. Früh noch eine kurze Dusche und dann geht es los. Die letzten 138 km Richtung Kidepo Valley.



Das ist eine sehr schöne Strecke. Wir fahren durch Dörfer und Felder. Die Menschen winken uns fröhlich zu. Die Landschaft ist traumhaft und alles ist sehr grün. Überall wächst Mais und auch Bananen. Die Straße ist auch OK und wir kommen ganz gut vorwärts. In einem kleinen Dorf kaufen wir uns kleine Kartoffeltaschen und geröstete Maiskolben. Die Maiskolben sind recht trocken, aber man kann sich den ganzen Tag daran aufhalten. Die Strecke zieht sich ganz schön hin und der Weg wird auch immer schmaler.







Es wird immer bergiger und auch das Wetter zieht sich zu.







Im strömenden Regen checken wir am Gate des Kidepo Nationalparks ein. Das Quittungsbuch ist gerade nicht da, weil der Kollege es mitgenommen hat. Also bezahlen wir so und bekommen die Quittung später, so wird uns gesagt (USD 480 und UGX 60.000 für drei Tage – Eintritt). Bis zum Hauptoffice ist es eine ganze Strecke durch den Park.









Wir sehen die ersten Tierherden, Elefanten, Büffel und Antilopen. Das Office ist es nicht leicht zu finden und auch nicht ausgeschildert. Wir warten auf den Clerk und bezahlen unseren Campingplatz. Dort erklärt man uns, dass das eine Campsite wegen der Löwen nicht empfohlen wird, und wir dann einen Guide zugeteilt bekommen würden. Es hatte wohl zwei Tage vorher ein Löwe ein Zelt geklaut und dann hatten die Leute etwas Angst. Da die Mädels auch etwas ängstlich waren, entschieden wir uns für den anderen Campingplatz, auch wenn dort schon Leute zum Camping waren. Der liegt sehr schön auf einem kleinen Hügel und man hat einen schönen Ausblick in alle Richtungen. Nur der Wind stört schon manchmal. Wir stellen fest, dass der Aufbau des Camps nicht einfach ist, da der Hügel aus Steinen besteht und man keine Heringe in den Boden bekommt. Wir mussten die Autos als Windschutz benutzen und die Nägel mit dem Beil reinklopfen. Aber das ging dann ganz gut.







Abends grillten wir noch Hühnchen und dazu gab es Nudelsalat. Als wir schlafen gehen, fängt es wieder an zu regnen. Nachts brüllt kurz der Löwe aber sonst ist es ruhig.

23.07.2014













Heute machen wir einen Ausflug zu den heißen Quellen. Im Office picken wir einen Guide auf, der mit uns fährt. Wir fahren quer durch das Camp und biegen dann in nördlicher Richtung ab. Tiere (Buschbock, Büffel etc) sind nur in Campnähe zu finden, dann wird es dünn.



Man hat aber schöne Ausblicke in das Tal. Wir fahren durch das Auswilderungsgehege, das mit zwei Toren abgesichert ist. Dann geht es etwas bergauf durch eine buschige Landschaft. Hier und da sind TseTse’s unterwegs aber im Moment geht es noch. Wir queren diverse Flüsse und insbesondere die Kidepo-Überquerung ist sehr schön. Durch den Regen führt er etwas Wasser und alle kaspern darin herum.








Es werden Fotos und Videos gemacht. Das Wasser ist ganz warm. Es ist ein schönes Flusstal mit Palmen und sehr grün. Annika versinkt fast im Sand und wir müssen den Badeschuh aus 50cm Tiefe wieder ausbuddeln. Der Guide lässt uns auf der Suche nach Straußen einen kleinen Umweg fahren, aber wir sehen sie nur von ferne. Kurz vor der heißen Quelle fahren wir ins Niemandsland ein. Bis in den Südsudan ist es nur ein Steinwurf. Die Quelle ist unspektakulär. Ein kleines Wasserbecken mit vielleicht 40° heißem Wasser.



Daneben ist ein schöner Webervögelbaum. Es ist insgesamt sehr warm. Nach einer kurzen Pause fahren wir zurück. Jetzt sind die TseTse’s richtig aktiv und wir müssen alle Fenster schließen. Trotzdem bekommen wir einige Bisse ab. Die Rückfahrt geht etwas schneller, aber dauert trotzdem eine gute 1,5 h.




Wir liefern den Guide ab, bezahlen die USD 20 dafür und fahren wieder ins Camp. Dort wird ein Brot gebacken, was sehr gut gelingt. Wir fahren nachmittags noch mal kurz zum anderen Campsite und der Bautrupp erzählt uns, dass vor zwei Tagen beim Campen ein Löwe einfach ein Zelt geklaut hat, als die Leute beim Zeltaufbau waren und damit weggelaufen ist. Das Zelt haben sie später wieder gefunden.

Wir sehen auf der Rückfahrt noch eine kleine Elefantenherde mit Jungen. Die sind aber relativ ängstlich, also kommen wir nicht wirklich nahe heran. Nach diesem Erlebnis fahren wir wieder ins Camp und lassen den Abend mit Pizza ausklingen. Die wird sehr gut und wir lassen es uns alle schmecken. Ziemlich zeitig gehen wir ins Bett. Die Nacht wird ruhig.

24.07.2014

Nach dem nächtlichen Regen ist es morgens ziemlich kühl. Die Büffel sind mit ihrer Runde um das Camp fast fertig und es stellt sich eine gewisse Routine ein. Es ist wirklich schön hier. Man kann einfach schauen und die Tiere beobachten.









Die Büffel rauschen sogar etwas im Gras, was ein beruhigendes Geräusch mit sich bringt. Wir nehmen uns Zeit mit dem Frühstück und beschließen noch mal im Park etwas herumzufahren. Zuerst erkundigen wir uns im Office nach einem Gamedrive für den Nachmittag. Der soll USD 30 pP kosten. Das ist uns in der Summe viel zu viel und so lassen wir das weg. Christian geht kurz duschen und wir fahren nördlich vom Camp die Strassen ab. Dabei gibt es immer wieder tolle Ausblicke auf das Tal und wir sehen, wenn auch nur von der Ferne, die Rotschild Giraffen und immer wieder Büffel und Red Hartebeest.




Kurz nach dem Mittag treffen wir uns wieder im Camp und es wird ein Kuchen und später ein Brot angesetzt. Kurz bevor das fertig ist, holt uns der Regen mit starkem Wind ein. Christians Zelt steht daraufhin unter Wasser und der Regen hält auch 2h an. Das Brot müssen wir im Unterstand fertig backen. Nach dem Regen wird es ziemlich kalt und zugig und alle müssen sich dick anziehen.




Die Holzkohle wärmt uns etwas und wir machen ein buntes Abendessen. Nachts fängt es wieder zu regnen an.






25.07.2014

Früh hört man die Löwen brüllen. Ich stehe zeitig auf und wir versuchen die Löwen zu finden. Auf dem Weg zur Hauptstrasse fahren wir uns kurz fest und beschließen daraufhin wieder zurückzufahren. Der Buffalo – Track, den wir fahren wollten, ist noch schlechter. Im Camp machen wir in Ruhe Frühstück und packen alles zusammen.

Wir nehmen den Bewacher noch mit zurück zum Office und fahren zum anderen Gate aus dem Park.

Die Fahrt ist recht schön, nur der Schlamm wird immer schlimmer. Wir schlittern durch den Wald und es liegt auch schon mal ein LKW im Graben. Unsere Autos wühlen sich durch den Schlamm und es funktioniert ganz gut. Die Menschen sind bettelarm, aber winken uns zu. Bettelei gibt es nur ansatzweise. Wir treffen einen Spanier auf dem Fahrrad, das möchte ich nicht machen.






Die Strasse zieht sich zwischen Maisfeldern und Dörfern hindurch und zwischen den Bergen entlang.











Eine schöne Landschaft. In Kaabong tanken wir auf und kaufen ein paar Samosa (gefüllte Teigtasche mit Hackfleisch), Bier und eine Seife. Später dann noch mal neue Bananen.










Die Suche nach einem Camp gestaltet sich kompliziert und es wird immer später. Die Strasse ist auch wieder schlammiger. Wir fragen in einem Dorf, aber das stellt sich als Militärbasis heraus und die schicken uns weiter. Später fragen wir in einer Schule und dürfen dort unsere Zelte aufbauen. Das endet in einem Ballspiel mit den Kindern und wir verschenken unsere Schuhe und ein Deutschlandtrikot. Den Kindern macht alles viel Spaß und sie wollen gar nicht ins Bett. Sicherlich eine schöne Abwechslung in demsonst so eintönig wirkenden Alltag auf dem Land, mit den Mzungus, wie die Weißen hier genannt werden, einen Abend zu verbringen. Es wird aber eher eine ruhige Nacht.





26.07.2014

Früh fahren wir ohne Frühstück los und machen das später – wir wollen nicht vor den vielen Kinderaugen unser für hiesige Verhältnisse reichhaltiges Frühstück einzunehmen. Für ein Gruppenfoto war aber noch Zeit. Die Fahrt macht viel Spaß. Eigentlich haben wir ausreichend Zeit und das Garmin zeigt am Anfang als Ankunft „mittags“ am Mt Elgon an. Wir kommen gut voran und teilweise gibt es eine neue von den Chinesen gebaute Strasse. Die ist glatt und breit. Es stellt sich die Frage, wozu man hier im Busch diese Strasse braucht. Wir winken und kaufen noch mal Kartoffeln ein.












60 km vor Sipi Falls sehen wir schon die LKW stehen. Einige von ihnen haben sich im Schlamm festgefahren und die anderen beim Versuch des Überholens ebenso. Also gibt es einen Stau im Schlamm. Am vordersten Fahrzeug versuchen einige Männer mit den Händen ohne jegliche Hilfsmittel den Schlamm unter dem Auto weg zu graben. Das kann noch Tage dauern. Nach einer Stunde entschließen wir uns, die Umgehung über das Feld zu nehmen. Nicht ohne, dass ich mich vorher noch mal festfahre und jeder, der schiebt Geld von mir haben will. Mit UGX 12.000 kauf ich mich frei.










Bis Sipi kommen noch einige dieser Stellen, aber sonst ist die Strasse einigermaßen befahrbar. Wir kaufen noch Brot und eine Melone und am Ende dauert es bis 17:00 Uhr bis wir ankommen. Die Gegend ist stark besiedelt und überall werden Mais, Zuckerrohr und Bananen angebaut. Der Mt. Elgon liegt in den Wolken und die dunkle Farbe verheißt nichts Gutes. Wir schauen uns einige Camps an und entscheiden uns für Moses Camp. Dort ist nicht viel los. Es zieht sich zu und wir flüchten unter den Unterstand. Der Koch kommt und fragt uns, was wir zum Abendbrot wollen. Nachdem wir uns zu Beef, Gemüse und Reis durchgerungen haben, verschwindet er, nicht ohne nach 10 Minuten wiederzukommen und uns mitzuteilen, dass leider kein Beef mehr da ist … .








Also machen wir Pizza, wie geplant. Das Feuer muss unter den Unterstand und wir bekommen 2 ganz gute Pizzen hin. Der lokale Hund lässt sich von den Kindern verwöhnen und muss erst mal etwas erzogen werden. Ziemlich zeitig sind alle im Bett. Christian will morgen zeitig los.

27.07. 2014

Die Nacht war ziemlich kalt und es hat immer mal wieder geregnet. Früh ist Christian schon wieder zeitig auf den Beinen. Wir machen ein letztes gemeinsames Frühstück mit Eiern und Speck und dann machen sie sich auf nach Kampala, um den fehlenden Rucksack zu holen und den Scheibenwischer reparieren zu lassen. Nach einem herzlichem Abschied lassen wir es geruhsamer angehen und machen noch einen kleinen Walk zu den Upper Sipi Falls und danach zu einer kleinen Gruppe, die Kaffee röstet und diesen dann auch verkauft.









Die Fälle sind ganz hübsch und die Frauen sehr nett. Wir nehmen 4 Packungen Kaffee mit und machen mit den Frauen noch Fotos. Leider funktioniert der Drucker wieder mal nicht oder ich begreif das Ding nicht. Wir werden die Bilder per E-Mail schicken. Die 30.000 UGX waren gut angelegt. Danach machen wir uns auf den Weg nach Jinja. Bis Mbale ist es eine schöne Strecke und es sind unglaublich viele Menschen auf der Strasse unterwegs.






Wir kaufen noch mal Samosa, Bananen, Eier und Brot und stürzen uns dann auf die Nairobi – Kampala Achse. Hier tobt der Kampf, aber mit genügend Geschwindigkeit kann man ganz gut mithalten. Spaß macht das keinen. Bis Jinja dauert es nicht lange und wir suchen eine Weile nach den Source of the Nile Gardens (angepeilter Übernachtungsplatz). Die sind auf der westlichen Nilseite und man muss über die alte Staumauer den Nil überqueren. Das Campsite ist sehr schön und vor allen Dingen ruhig gelegen. Bei dem Backpackers auf der anderen Seite war es eng und laut. Wir bauen auf, machen eine kleine Pause und fahren noch mal in die Stadt, um Touri-Shopping zu machen. Eine Handvoll Ansichtskarten und zwei Stühle kommen mit. Auf der Brücke ist jetzt Stau, da die Strassenlampen repariert werden. Die Spureinordnung der Afrikaner ist phantastisch und der Kampf um jeden Platz macht viel Spaß. Irgendwann haben wir die Mauer wieder überquert und schließen den Tag für heute mit einem Eintopf. Eine nette Familie aus Mecklenburg, mit denen wir noch etwas schwatzen kommt noch zum Campen, sonst ist es sehr ruhig. Ein schöner Platz (UGX 20.000).

28.07.2014

Relativ zeitig sind wir wach und packen zusammen. Wir wollen versuchen, bis zum Murchison Nationalpark zu kommen. Das müsste eigentlich machbar sein. In Jinja biegen wir nach Norden ab und umfahren Kampala großräumig auf kleinen Pisten. Wir sind überall die Attraktion und Mzungus kommen wohl nicht so oft durch diese Gegenden. Wir finden die richtigen Querstrassen und kommen nach einer Weile auf die Gulu Road, nicht ohne vorher noch mal Samosa (diesmal mit Kichererbsen gefüllt) zu tanken und anschließend quer durch den Markt zu fahren. Alle sind sehr nett und keiner wird umgefahren. Annett schießt noch ein Foto vom reichhaltigen Fleischstand – hat aber vorher die Erlaubnis des Verkäufers eingeholt.



Wir beschließen, über Masindi von Süden in den Park zu fahren. Nach Masindi hört der Asphalt auf, aber die Strasse ist gut befahrbar. Gegen 13:30 Uhr sind wir am Gate des Murchinson Nationalpark und checken ein. Ziel sind die Murchison Falls. Die Fahrt ist relativ eintönig durch den Wald und manchmal etwas nass. Als wir an die Fälle kommen, zieht sich der Himmel zu und nach nur einem kurzen Bild fängt es an, wie aus Eimern zu schütten. Wir retten uns in einen Unterstand und warten, bis es aufhört. Das Campsite haben wir uns vorher schon angeschaut. Die Lage ist wirklich nicht schlecht, aber es waren auch TseTse’s da. Wir warten eine ganze Weile und dann kommt noch eine Herde Inder in den Unterstand.

Da entschließen wir uns, zum Red Chili Rest Camp zur Übernachtung zur fahren. Die Strasse steht ganz schön unter Wasser und der Campingplatz auch. Die Lage ist eher schlecht und außerdem ist der Campingplatz ziemlich klein. Es hört dann später zu regnen auf, so dass wir wenigstens draußen Essen können. Wir machen einen Eintopf, der allen gut schmeckt. Dann kommt noch eine Gruppe von britischen Frauen, deren Zelte beim Regen abgesoffen sind. Die Nacht wird nicht wirklich erholsam. Andauernd fahren Autos los oder kommen an. Ein Israeli muss dauernd aus seinem Auto was holen und jedes Mal geht die Alarmanlage los. Wenn man sich erholen möchte, ist man in diesem Camp mit Sicherheit falsch. Andererseits kann man ausgezeichnete Studien über das europäische Safaripublikum betreiben, von den holländischen Jugendlichen, die sich zu 5 in ein kleines Auto quetschen über unattraktiv gekleidete Briten bis hin zu älteren englischen Ladies, die mit dem Koch die Zerstückelung des Chicken diskutieren. (USD 7 und es gibt keine Ermäßigung für die Kinder … .)

29.07.2014

Bis Mitternacht fliegen die Türen auf und zu und kurz nach sechs werden die ersten Autos schon wieder zum Gamedrive angelassen. Obwohl die Tiere schon zeitig zur Besichtigung bereitstehen sollten, nehmen wir trotzdem erst die 9:00 Uhr Fähre für UGX 40.000. Dafür kann man den ganzen Tag hin und her fahren. Die Fährüberfahrt ist kurz aber sehr schön.





Wir biegen in den Osten ab und genießen die schöne Landschaft. Tiere sind zunächst etwas spärlich und hauptsächlich sehen wir Buschböcke, kleine Ducker und Warzenschweine. Später dann die ersten Elefanten, aber nur aus der Entfernung. Wir fahren zu dem Cliff. Hier hat man einen sehr schönen Ausblick auf den Fluss. Tiere sind auch hier wenige zu sehen. Auf dem Weg zurück in den Westen fahren wir durch eine kleine Giraffenherde. Diese sind etwas kleiner als die, die wir aus Botswana, Zimbabwe etc. kennen, aber schön gezeichnet. Davon werden wir noch einige sehen. Die Strecke zum Albert-Nil ist sehr schön: wieder viele Antilopen und Büffel. Der Weg endet an der Paara Lodge vorbei an der Ruine einer früheren Herberge. Hier konnte man noch die Reste des Pools sehen und die vornehme Atmosphäre spüren. Man hat schöne Ausblicke auf den Albert – See. Den Plan, um 12:00 Uhr die Rückfähre zu nehmen und nachmittags mit dem Boot zu den Fällen zu fahren, haben wir schon begraben. Am Ende brauchen wir bis um vier.











Wir tingeln am Delta entlang und finden immer wieder große Tierherden, insbesondere müssen wir durch eine Elefantenherde und 2 Mal durch eine Büffelherde, da der Track wegen längerer Nichtnutzung nicht auffindbar war, im Nichts endetet und uns nicht wieder bis zur Hauptstrasse führte. Wir treffen keinen Menschen, nur Tiere. Der Bird – Hide ist zugeschlossen aber der Königskranich, das Wappentier Ugandas ist trotzdem da und natürlich Hippos.










Halb vier sind wir an der Fähre. Als Selbstfahrer ist man eher der Exot. Die Warteschlange sieht aus wie ein Toyotaladen. Die Fahrer sitzen unter dem Baum und quatschen und alle warten mit Ruhe auf die Fähre. Die kommt pünktlich. Wir wollen zum Übernachten nicht wieder in das Chili Camp und versuchen zur Nile Safari Lodge zu kommen. Der Weg ist ziemlich schlecht aber das geht schon. Die Lodge ist eigentlich leer. Für das Camping wollen sie USD 10/pP und als ich nach der Poolbenutzung für die Kinder fragen, wollen sie für die Aktivity auch noch mal USD 10 pP, ja, aber versprochen ist versprochen. Das Camp liegt etwas außerhalb (Shoebil camp) und so müssen die Kinder zurück laufen, zum Baden.

Wir bauen das Zelt auf und ich wandere zurück zum Bezahlen. Die ganze Zeit waren die Wolken schon ziemlich grau aber alle versicherten mir, dass es nicht regnen würde. Ich war noch nicht ganz wieder zurück, da fing es an. Gleichzeitig kam ein Sturm auf, der drohte, das Zelt wegzublasen, also bauten wir das wieder ab und retteten uns pitschnass in die Toilette. Mitten im strömenden Regen kamen die Kinder wieder angelaufen. Es dauerte eine knappe halbe Stunde, in der ein paar Liter regen fielen, bis es wieder aufhörte. Das Zelt war komplett nass und musste erst mal etwas zum Trocknen stehen. Die Schlafsäcke hatten wir zum Glück ins Auto gerettet. Ich hatte mich so auf das gemütliche Feierabendbier am Nil gefreut. Das viel also ins Wasser aber dafür gab es einen sehr schönen Sonnenuntergang. Das ist sehr selten, in Uganda.




Es kam noch eine andere deutsche Familie, die durften aber an dem Regen nicht mehr teilhaben. Ein schöner Tag. Dieser wurde mit einem Eintopf beendet, der auch dem Nachtwächter noch gut schmeckte ;-). Nach einem kurzen Hinweis an die deutschen Mädels, die Unterhaltung doch morgen zu beenden, war dann auch Ruhe im Camp – wie schön.

30.07.2014

Die Nacht war ruhig, nur von Ferne röhrte ein Löwe. Gesehen haben wir ja diesmal leider keinen. Wir machen in Ruhe Frühstück, die deutsche Familie ist schon um 6 zum Gamedrive aufgebrochen – obwohl die Fähre erst um 7 fährt … .

Wir machen uns langsam auf den Rückweg nach Kampala und wollen den Weg am Albert See entlang nehmen. Die Strasse nach Westen ist gerade neu geschoben und wir fahren durch Felder auf denen die Menschen bei der Arbeit sind und uns fröhlich zuwinken. Aufpassen muss man nur bei den Wasserrohrdurchführungen. Die Rohre sind einfach hingelegt und die Strasse wurde obendrüber gebaut. Wenn man zu schnell ist, heisst das aufräumen. Die Strasse Richtung Hoima ist grauenvoll und es sind auch einige Matatus unterwegs. Die Landschaft ist super und wir cruisen so vor uns hin. Es geht immer mal wieder durch kleine Dörfer und manchmal gibt es auch etwas Asphalt. Ab und Zu ist es ein fröhliches Mzungu der Kinder zu hören. Unterwegs decken wir uns noch mit Bananen und Fanta ein. Das Zeugs gibt’s wirklich im letzten Dorf. Auf den Strassen wird gerast wie verrückt. Wir fahren das Escarpment hoch und der Blick auf den See ist schon gigantisch. Für Fotos ist das diesige Wetter eher ungeeignet. In Hoima beginnt plötzlich eine 6-spurige Strasse. Die geht 2 km und dann müssen wir die Umleitung durch die Hinterhöfe der Stadt nehmen. Es staubt extrem und selbst 40 Tonner wühlen sich durch die kleinen Gassen zwischen den Wohngebäuden. Im Zentrum ist wieder der Bär los und alles wird gehandelt.




Wir halten kurz für einige Backwaren und stoppen am Postamt für Briefmarken. Wir entschließen uns, mangels Alternativen zum Übernachten wieder zurück zur Ziwa Rhino Sanctuary zu fahren. Das geht recht schnell, die Strecke kennen wir ja schon. Wir sind wieder mal die Einzigen und lassen den Nachmittag genüsslich ausklingen. Nach rhino tracking ist uns nicht. Sonst harken die Jungens gerade den Campingplatz um bzw. entfernen das Grass. Warum, ist nicht ersichtlich. Abends kochen wir wieder einen Eintopf und Annika wird in die Dusche verfrachtet. Nachts gibt es einen schönen, klaren Sternenhimmel, das ist echt eine Seltenheit in Uganda.

31.07.2014

Heute ist der letzte Tag. Es ist ja nicht weit nach Entebbe und wir lassen den Morgen ruhig angehen - frühstücken und trocknen das Zelt. Es hat ausnahmsweise mal nicht geregnet. Ich tausche noch mit den Jungs MP3s, local stuff - das macht Spass. Dann machen wir uns auf den Weg nach Süden. Nicht, ohne vorher noch mal Samosas zu tanken. Da wir recht schnell in Kampala sind, entscheiden wir uns noch für einen kurzen Abstecher zum Äquator. Der Verkehr ist schon ziemlich dicht, aber das macht richtig Spass… .

Am Äquator sind wir bis auf eine Baustelle ziemlich schnell – man muss bei den Baustellen immer mit kämpfen, sonst drängeln sich die Jungs aus der 4. Reihe vorn rein ;-). Wir fahren bis 0° 00“ 00 und machen die obligatorischen Bilder. Außerdem gibt es noch ein paar Kunstgegenstände, die waren bis jetzt immer ziemlich rar. Ein paar Trommeln und ein kleines Saiteninstrument kommen mit. Rückwärts nehmen wir die Abkürzung durch die Dörfer. 30 km staubiger Weg aber mit netten Leuten und halsbrecherischen Überholmanövern. Wir kommen direkt auf die Entebbe Road und bis zum Backpackers ist es nicht mehr weit. Dort hatte ich schon vor zwei Wochen einen Raum reserviert. Der Zustand ist wieder mal afrikanisch. 2007 gebaut und seit dem so gelassen. Das geht auch mit halb herausgerissenem Waschbecken und das Schließblech hält auch ohne Schrauben. Die großen Löcher im Moskitonetz sieht man langsam nicht mehr (UGX 80.000). Ich bestelle noch den Transport für 1:45 und checke online ein. Wir packen alles aus und zusammen. Bereits 17:30 kommt der Kollege von Douglas und holt den Cruiser wieder ab – feines Fahrzeug. Wir treffen noch ein paar nette Pakistanis, die für die UN im Congo arbeiten. Wir spielen Frisbee mit ihnen und sie erzählen, dass ihr brasilianischer Chef nach dem Fußballdesaster gegen Deutschland 2 Tage nicht mehr ansprechbar war ….





01.08. 2014

Um 3:10 hebt der Flieger nach Istanbul ab, wenigstens haben Marc und ich mal eine Sitzbank für uns und so kann jeder etwas schlafen. Der Aufenthalt in IST ist mit 6 Stunden ziemlich lang aber es ist immer was los. Pünktlich landen wir abends um 6 auf dem Vaclav Havel bei schönem Wetter, zwei tolle Wochen liegen hinter uns. Tolles Team, hat viel Spass gemacht.

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